Woran Sie erkennen, womit Sie es zu tun haben
- Eine feste Straße: Ameisen laufen in beide Richtungen auf derselben Spur, oft an Fugen, Kanten oder Kabeln entlang. Diese Spur ist die wichtigste Information für uns, weil sie zum Nest führt.
- Feiner Sand auf dem Pflaster: kleine Erdhäufchen zwischen den Platten. Das Volk gräbt darunter und spült dabei den Fugensand aus. Auf Dauer sacken einzelne Platten ab.
- Geflügelte Tiere im Sommer: der Hochzeitsflug. Ein einzelner Schwarmtag ist kein Befall, sondern normal. Erst wenn die Tiere aus einer Wandfuge im Haus kommen, sitzt das Nest im Gebäude.
- Winzige gelbliche Ameisen im Warmen: zwei Millimeter, hell, ganzjährig aktiv, oft an Heizungsleitungen. Das ist der Verdacht auf Pharaoameisen, und der gehört immer in fachliche Hände.
- Grobes Bohrmehl mit Holzspänen: kein Ameisenkot, sondern Aushub. Rossameisen räumen ihre Gänge aus, das Material fällt unter der Befallsstelle herunter.
Wenn Sie unsicher sind, welche Art vor Ihnen läuft, schicken Sie uns ein scharfes Foto über unsere Schädlingsanalyse. Größe, Farbe und Fundort reichen uns meist zur Einordnung.
Warum Köder wirken und Sprühen nicht
Ein Ameisenvolk funktioniert wie ein Vorratslager mit Außendienst. Die Arbeiterinnen, die Sie sehen, sind Sammlerinnen und machen nur einen kleinen Teil des Volkes aus. Der Rest, darunter die eierlegende Königin und die Brut, bleibt im Nest. Jede Arbeiterin, die stirbt, wird ersetzt.
Genau hier setzt der Köder an. Er enthält einen Wirkstoff, der bewusst langsam wirkt, gemischt in etwas, das die Sammlerinnen attraktiv finden. Sie nehmen ihn auf, laufen zurück und geben ihn im Nest von Mund zu Mund an Larven, Ammen und Königin weiter. Der Wirkstoff verteilt sich also durch die Ameisen selbst dorthin, wo kein Spray hinkommt.
Deshalb ist es kein schlechtes Zeichen, wenn nach dem ersten Termin noch Tiere laufen. Es ist das Gegenteil: Der Transport läuft. Wer in dieser Phase zusätzlich sprüht oder die Straße wegwischt, unterbricht ihn und verlängert die Sache um Wochen.
Drei Arten, drei Entscheidungen
Wegameisen sind der Normalfall im Garten, auf der Terrasse und am Hauseingang. Sie sind schwarzbraun, etwa drei bis fünf Millimeter groß und richten am Gebäude keinen Schaden an. Wir behandeln sie, wenn sie Pflaster unterhöhlen oder wenn eine Straße dauerhaft in die Küche zieht. Sonst raten wir eher zu einer Änderung an der Fläche als zu einer Bekämpfung.
Pharaoameisen sind ein anderer Fall. Sie leben ganzjährig in beheizten Gebäuden, bilden mehrere verbundene Nester und wandern durch Leerrohre und Schächte von Wohnung zu Wohnung. Sie können Keime auf sterile Bereiche übertragen, weshalb ein Befall in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in den Hygieneplan gehört und der Hygienefachkraft gemeldet wird. Sprühmittel sind hier der schlimmstmögliche Griff: Das Volk teilt sich unter Störung auf und der Befall breitet sich aus. Pharaoameisen gehören ausschließlich in die Hand eines Fachbetriebs, in Mehrfamilienhäusern zusammen mit den Nachbarwohnungen.
Rossameisen sind mit bis zu anderthalb Zentimetern die größten heimischen Ameisen und die einzigen, die hier echten Bauschaden anrichten. Sie fressen kein Holz, sie nagen Gänge hinein, und zwar in feuchtes oder bereits vorgeschädigtes Holz: Dachbalken unter einer undichten Stelle, Fachwerk mit Feuchteschaden, Schwellen im Anschluss zum Erdreich. Ein Rossameisenbefall ist deshalb immer auch ein Feuchtigkeitsbefund. Was daraus folgt, steht auf unserer Seite zu Holzschädlingen.
Was die Ameisenbekämpfung kostet
Wir starten bei 160 € zzgl. MwSt. Enthalten sind Artbestimmung, Nestsuche und die Köderausbringung, bei Bedarf ergänzt um die Nachschau. Ein bis zwei Termine reichen fast immer aus. Den verbindlichen Preis nennen wir Ihnen vor dem Termin, die Anfahrt ist in Wedel frei und sonst im Festpreis enthalten. Die Sätze für unsere übrigen Leistungen stehen unter Preise.
Typische Fälle bei uns in der Region
Die Einfamilienhausgebiete zwischen Wedel, Schenefeld und Halstenbek sind großzügig gepflastert, und genau darunter liegt für Wegameisen der ideale Nistplatz: sandiges Bett, tagsüber warm, trocken und ungestört. Wir werden im Frühjahr regelmäßig zu Terrassen gerufen, bei denen einzelne Platten kippeln, weil das Fugenmaterial nach unten gewandert ist. Bekämpfung allein hilft da nur die halbe Strecke, das Pflasterbett muss ebenfalls in Ordnung gebracht werden.
Rund um die Baumschulflächen in Halstenbek und Rellingen kommt eine zweite Sache dazu: Der ständige Wechsel von Pflanzware, Topfballen und Rindenmulch bringt Völker mit auf das Grundstück. Wer im Frühjahr neu bepflanzt und ab Mai eine Straße an der Hauswand hat, sollte zuerst dort nachsehen. Mehr über unsere Arbeit vor Ort finden Sie unter Schenefeld, Halstenbek und Rellingen.
So beugen Sie vor
- Zuckerquellen konsequent wegräumen: offene Marmelade, Honigglas mit klebrigem Rand, Katzennapf über Nacht, Fallobst unter dem Baum.
- Fugen an Fenstern, Türschwellen und Sockelleisten schließen. Ameisen brauchen weniger als einen Millimeter, um hereinzukommen.
- Leitungsdurchführungen für Wasser, Strom und Lüftung dauerelastisch abdichten. Das ist der häufigste Weg vom Außennest in die Wohnung.
- Pflasterfugen alle paar Jahre neu einschlämmen. Volle, feste Fugen sind für ein Volk kein guter Bauplatz.
- Holz kein Wasser ziehen lassen: Regenrinnen frei halten, undichte Anschlüsse zeitnah reparieren, Erdanschlüsse von Holzbauteilen trocken halten. Damit nehmen Sie der Rossameise die Grundlage.