Die Deutsche Schabe ist der Normalfall
Bei über neun von zehn Aufträgen in Wohnungen und Küchen finden wir die Deutsche Schabe. Sie wird zwölf bis fünfzehn Millimeter lang, ist hellbraun und trägt zwei dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild. Sie braucht Wärme und Feuchte und bleibt deshalb im Gebäude, meist innerhalb weniger Meter um eine Futterquelle. Die deutlich größere, dunkle Orientalische Schabe treffen wir eher in Kellern, Heizungsräumen und an Müllplätzen. Und im Spätsommer kommt regelmäßig die harmlose Bernstein-Waldschabe durchs offene Fenster geflogen, die weder Befall bildet noch bekämpft werden muss. Genau deshalb steht die Artbestimmung bei uns am Anfang.
Woran Sie einen Befall erkennen
- Nächtliche Sichtungen: Schaben sind nachtaktiv. Wer nachts das Küchenlicht anschaltet und Tiere über die Fliesen huschen sieht, hat es mit einem etablierten Befall zu tun.
- Kotspuren: feine schwarze Pünktchen wie gemahlener Pfeffer, in Schubladenecken, an Scharnieren, auf Kabeltrassen und über den Hängeschränken.
- Eipakete: kleine, braune, kapselförmige Gebilde von etwa acht Millimetern, oft in Fugen geklebt oder in Geräten hinterlassen.
- Häutungsreste: helle, hauchdünne Hüllen in Ritzen und hinter Sockelleisten.
- Geruch: ein süßlich-modriger Geruch, der bei starkem Befall in geschlossenen Schränken auffällt.
- Tiere am Tag: ein Tier bei Tageslicht spricht dafür, dass die Verstecke voll sind und die Population Druck hat.
Ein beliebter Fundort ist die Elektronik. Kaffeevollautomat, Mikrowelle, Kühlschrankmotor, Router und Unterverteilung bieten genau die Kombination aus Wärme, Enge und Ruhe, die Schaben suchen. Wer nur die Fugen behandelt und die Geräte auslässt, behandelt an der Kernpopulation vorbei.
Warum Ködergel und kein Sprühen
Ein Sprühmittel wirkt dort, wo es auftrifft. Schaben halten sich jedoch überwiegend in Hohlräumen auf, in die kein Nebel gelangt. Was der Nebel bewirkt, ist Flucht: Die Tiere verlassen den behandelten Bereich und ziehen entlang von Rohren und Schächten in Nachbarräume, oft eine Etage höher oder in die Wohnung nebenan. Aus einem Küchenproblem wird so ein Hausproblem, und der Aufwand vervielfacht sich.
Ködergel dreht das Prinzip um. Die Tiere kommen freiwillig zum Wirkstoff, fressen und tragen ihn in ihr Versteck, wo er über Kot, Häutungsreste und Kannibalismus an die übrige Population weitergegeben wird. Das erreicht auch die Tiere, die nie an einer behandelten Fläche vorbeikommen. Voraussetzung ist, dass das Gel richtig sitzt und nicht durch scharfe Reiniger, Sprays oder Hausmittel entwertet wird, die zuvor in dieselben Fugen gebracht wurden.
Was die Schabenbekämpfung kostet
Für den einzelnen Termin berechnen wir ab 150 € zzgl. MwSt. Da eine Schabenbekämpfung ohne Folgebehandlungen nicht funktioniert, planen Sie für den gesamten Auftrag ab 450 € zzgl. MwSt. ein; darüber hinaus entscheiden Fläche, Raumzahl und Stärke des Befalls. Den Festpreis samt aller nötigen Folgetermine bekommen Sie schriftlich, bevor wir anfangen, und die Anfahrt steckt im Festpreis, in Wedel ist sie frei. Die übrigen Leistungen sind auf der Preisseite aufgeführt.
Gastronomie, Bäckerei, Imbiss: was Betriebe brauchen
In Betrieben, die mit Lebensmitteln umgehen, ist ein Schabenbefall mehr als ein Ärgernis. Er gehört in die HACCP-Dokumentation, und er kann bei einer Kontrolle zur Auflage oder zur Schließung führen. Wir arbeiten deshalb mit nummerierten Monitoringstellen, einem schriftlichen Befundbericht je Termin und einer abschließenden Bestätigung der Befallsfreiheit, die Sie der Lebensmittelüberwachung vorlegen können. Termine legen wir außerhalb der Öffnungszeiten. Wie ein dauerhaftes Monitoring aussieht, steht unter Gewerbekunden.
Praktisch sehen wir zwei Schwerpunkte. In der Gastronomie in Wedel und Elmshorn beginnt der Befall häufig in der Spülecke, unter dem Kombidämpfer oder im Getränkelager und kommt in Kartons und Mehrwegkisten aus der Lieferkette ins Haus. In den Mehrfamilienhäusern in Pinneberg wandert der Befall über Leitungsschächte zwischen den Wohnungen, sodass eine einzelne Wohnung nicht dauerhaft frei zu bekommen ist. Dort suchen wir das Gespräch mit der Hausverwaltung, damit der Strang gemeinsam behandelt wird.
So halten Sie den Erfolg
- Wareneingang kontrollieren: Kartons, Getränkekisten und Paletten ausladen, sichten und nicht dauerhaft im Lager stapeln.
- Feuchtequellen abstellen. Tropfende Siphons, Kondenswasser unter Kühlgeräten und feuchte Wischlappen halten eine Population am Leben.
- Geräte regelmäßig ausziehen und dahinter reinigen. Fettfilm hinter Herd und Kühlschrank ist die verlässlichste Futterquelle im Raum.
- Fugen, Rohrdurchführungen und Sockelanschlüsse dauerhaft verschließen, damit Tiere nicht zwischen Räumen wechseln.
- Abfall geschlossen sammeln und täglich hinausbringen, Leergut nicht im warmen Raum lagern.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Schabe oder ein harmloses Insekt gefunden haben, senden Sie uns ein Foto über die Schädlingsanalyse. Ähnliche Fehlbestimmungen passieren regelmäßig auch bei Silberfischchen, die ganz andere Maßnahmen erfordern.