Zwei Fälle, zwei Vorgehensweisen
Wenn uns jemand wegen eines Marders anruft, geht es fast immer um eines von zwei Dingen: um das Dach oder um das Auto. Beides verursacht derselbe Tierart, der Steinmarder, aber die Maßnahmen unterscheiden sich vollständig. Deshalb klären wir am Telefon zuerst, welcher Fall vorliegt.
Marder im Dachboden
Am Anfang stehen die Geräusche. Ein Poltern, Rollen und Trampeln über der Schlafzimmerdecke, meist zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden. Wer hinaufsteigt, findet die übrigen Anzeichen:
- Zerwühlte Dämmung: aufgerissene Mineralwolle, umgeschichtete Matten, freigelegte Zwischenräume. Der Marder legt sich Schlafmulden an und trägt Material zusammen.
- Kot: wurstförmig, drei bis acht Zentimeter lang, oft mit sichtbaren Haaren, Federn oder Kirschkernen, gern an erhöhter Stelle abgesetzt.
- Beutereste: Federn, Knochen, Eierschalen, gelegentlich ganze Beutetiere in einer Ecke des Bodens.
- Geruch: eine Mischung aus Urin und verwesenden Resten, die durch Dampfsperre und Decke bis in die Wohnräume zieht.
- Fettabrieb: dunkle Wischspuren an Sparren, Kanten und der Einstiegsstelle, dort wo das Tier jede Nacht entlangstreicht.
Der teuerste Schaden ist selten das Loch im Dach, sondern die zerstörte Dämmung und die durchnässte Decke, wenn Urin über längere Zeit eingedrungen ist. Nach dem Auszug des Tieres sollten belastete Bereiche fachgerecht entfernt und die Fläche behandelt werden, sonst bleibt der Geruch und lockt den nächsten Marder an.
Was rechtlich gilt
Streng geschützt im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes ist der Steinmarder nicht. Frei ist die Sache trotzdem nicht: Er ist eine dem Jagdrecht unterliegende Art, und das Tierschutzgesetz verbietet es, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm vermeidbare Leiden zuzufügen. Lebendfang und Umsetzen sind an jagdrechtliche Voraussetzungen gebunden und lösen das Problem ohnehin nicht dauerhaft, weil das frei gewordene Revier zügig neu besetzt wird.
Für Sie heißt das: Vergrämung und baulicher Ausschluss sind nicht nur der tierschutzgerechte, sondern auch der wirksamere Weg. Und die wichtigste Regel dabei betrifft den Kalender. Zwischen Februar und Juli können Jungtiere im Dach liegen. Ein verschlossener Zugang bedeutet dann, dass sie im Haus verhungern. Wir prüfen vor jeder Abdichtung, ob Nachwuchs vorhanden ist, und sagen es Ihnen offen, wenn wir mit dem Verschluss noch warten müssen.
Marder am Auto
Hier geht es nicht um Nahrung, sondern um Revier. Steinmarder markieren den Motorraum, den sie als Ruheplatz nutzen. Fährt das Fahrzeug anschließend in das Revier eines anderen Tieres, etwa vom Wohnort zur Arbeit oder nach einem Umzug, riecht der dortige Marder den Konkurrenten und geht gegen die duftenden Teile vor. Betroffen sind Zündkabel, Kühlwasserschläuche, Faltenbälge und Dämmmatten.
Wirksam ist deshalb nur die Kombination. Eine gründliche Motorwäsche entfernt die Duftmarken, ein Abwehrgerät mit Hochspannungskontakten oder eine mechanische Kabelummantelung sichert den Motorraum dauerhaft. Reine Duftmittel und Hausmittel wirken erfahrungsgemäß bestenfalls für ein paar Wochen. Wer regelmäßig auf demselben Stellplatz parkt, sollte zusätzlich den Untergrund im Blick behalten: Ein Drahtgitter auf dem Boden vor dem Fahrzeug wird von vielen Tieren gemieden.
Was die Marderabwehr kostet
Der Einsatz beginnt bei 150 € zzgl. MwSt. und umfasst die Begehung, das Aufspüren der Zugänge und die Vergrämung. Mit dem Verschluss der Dachzugänge und der Nachkontrolle sind es meist zwei bis drei Termine, insgesamt ab 350 € zzgl. MwSt. Der Aufwand für die Abdichtung hängt vom Dach ab: Ein einzelner Lüfterziegel ist schnell gesichert, ein durchlaufender Traufkasten über zwölf Meter Hausfront ist eine andere Arbeit. Wir sehen uns das an und nennen Ihnen einen Festpreis, bevor etwas gemacht wird. In Wedel ist die Anfahrt frei, sonst ist sie im Festpreis enthalten, weitere Preise stehen auf der Preisübersicht.
Wo wir Marder in der Region antreffen
Die Einfamilienhausgebiete in Wedel mit älterem Dachstuhl sind ein Schwerpunkt. Wo Ortgang und Traufe über Jahrzehnte gearbeitet haben, entstehen Fugen, die einem Marder genügen, und die Häuser stehen nah genug beieinander, dass er über die Dächer wechseln kann. In den Villenlagen am Elbhang in Blankenese und Nienstedten kommt der alte Baumbestand dazu: Äste, die bis ans Dach reichen, sind die bequemste Aufstiegshilfe, die es gibt. Mehr zu unserer Arbeit dort finden Sie unter Hamburg-West.
Rund um den Klövensteen und an den waldnahen Rändern von Rissen und Schenefeld liegen die Reviere ohnehin dicht. Dort ist die Frage selten, ob ein Marder vorbeikommt, sondern nur, ob er einen Weg ins Dach findet. Wer in solcher Lage saniert, sollte den Dachrand gleich mardersicher ausführen lassen. Das gilt übrigens auch für die Abwehr anderer Dachbewohner: Wie wir Gebäude gegen Tauben sichern, steht unter Taubenabwehr.
So machen Sie es dem nächsten Marder schwer
- Äste im Umkreis von zwei Metern um das Dach zurückschneiden, Rankgitter und Spaliere vom Dachrand trennen.
- Fallrohre und freistehende Ecken mit glatten Manschetten versehen, an denen kein Halt bleibt.
- Traufkästen, Ortgang, Lüfterziegel und Anschlüsse zum Nachbarhaus einmal jährlich vom Boden aus mit dem Fernglas prüfen.
- Dachboden nicht als Vorratslager für offene Materialien nutzen und keine Nistmöglichkeiten für Beutetiere schaffen.
- Katzenfutter, Fallobst und Vogelfutter im Garten reduzieren, denn ein gut gedeckter Garten hält das Tier in der Nähe. Dasselbe Prinzip gilt bei Mäusen, die ihrerseits Marder anziehen können.