Unsere Leistung ist oft die Auskunft, dass nichts zu tun ist
Ein großer Teil der Anrufe zu Bienen und Hummeln endet ohne Auftrag, und das ist so gewollt. Wer ein pelziges, summendes Volk an der Hauswand hat, hat in den meisten Fällen kein Problem, sondern einen zeitlich begrenzten Untermieter. Wir sagen Ihnen, worum es sich handelt und was in den nächsten Wochen passieren wird. Diese Auskunft ist kostenlos, und sie ist ehrlicher als jede Behandlung, die niemand braucht.
Rechtlich ist zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden. Alle Wildbienenarten und alle Hummelarten sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Die Honigbiene ist ein Nutztier und fällt nicht unter diesen Schutz, sie gehört einem Imker und ist über das Tierschutzrecht geschützt. Tiere zu töten oder ihre Nist- und Ruhestätten zu zerstören, ist verboten. Erlaubt sind Beratung, fachgerechte Umsiedlung und bei Honigbienen die Übergabe an einen Imker. Ein Betrieb, der Ihnen ein Bienenspray verkauft, tut Ihnen keinen Gefallen.
Fall eins: der Honigbienenschwarm
Zwischen Mai und Juli teilen sich Bienenvölker. Die alte Königin zieht mit einem Teil des Volkes aus und hängt sich als traubenförmiger Klumpen an einen Ast, eine Regenrinne oder einen Fahrradständer, bis die Kundschafterinnen eine Bleibe gefunden haben. Das sieht dramatisch aus und ist es nicht: Die Tiere haben keinen Nestbereich zu verteidigen und sind mit Honig vollgesogen kaum zu Stichen zu bewegen.
Ein Schwarm ist Eigentum eines Imkers und gehört auch dorthin. Wir rufen jemanden aus der Umgebung an, der ihn abholt, meist noch am selben Tag und in der Regel ohne Kosten für Sie. Wichtig: Nicht bespritzen, nicht abschütteln, nicht mit Wasser besprühen. Ein zerstreuter Schwarm sammelt sich an einer schlechteren Stelle wieder, zum Beispiel im Rollladenkasten, und dann wird die Sache erst aufwendig.
Fall zwei: Wildbienen in Fassade und Fugen
An sonnigen Süd- und Westwänden alter Häuser sitzen im Frühjahr oft Dutzende kleiner Bienen, die in den Mörtelfugen verschwinden. Das sind meist Mauerbienen. Sie bilden keinen Staat, jedes Weibchen versorgt seine eigene Brutzelle, und stechen können oder wollen sie praktisch nicht. Nach drei bis sechs Wochen ist der Spuk vorbei, die Tiere sterben, und die Brut schlüpft erst im nächsten Jahr.
Zu tun ist hier fast immer nichts. Wenn die Fugen tatsächlich sanierungsbedürftig sind, legen Sie die Arbeiten in den Spätsommer oder Herbst, wenn kein Flugbetrieb mehr herrscht, und bieten Sie den Tieren ersatzweise eine Nisthilfe an der gleichen Wand an. Was Sie nicht tun sollten: die Fugen im Mai zuschmieren. Damit sperren Sie die Brut ein und zerstören eine geschützte Niststätte.
Fall drei: das Hummelnest
Hummelvölker sind klein, meist ein paar Dutzend bis wenige hundert Tiere, und leben nur eine Saison. Typische Plätze sind Vogelhäuschen, Rollladenkästen, Dachdämmung, Gartenhäuser und alte Mäusegänge unter der Terrasse. Ab August löst sich das Volk auf, nur die Jungköniginnen überwintern, und das Nest wird nie wieder bezogen.
Hummeln sind ausgesprochen friedlich. Ein Volk im Vogelhaus am Gartenzaun kann bedenkenlos bleiben. Umsiedeln lassen sollten Sie nur, wenn das Nest direkt an einer Haustür, an einem Kinderspielplatz oder in einem Rollladenkasten sitzt, der täglich bewegt werden muss, oder wenn im Haushalt eine Insektengiftallergie bekannt ist. Eine Umsiedlung gelingt nicht immer, denn die Sammlerinnen orientieren sich am alten Einflugloch. Deshalb setzen wir den Kasten nur wenige Meter versetzt und sammeln die zurückkehrenden Tiere nach.
Was der Einsatz kostet
Telefonische Auskunft, Artbestimmung nach Foto und die Vermittlung eines Imkers sind kostenlos. Wird tatsächlich umgesiedelt, beginnt der Einsatz bei 160 € zzgl. MwSt. und ist mit einem Termin abgeschlossen; der Nistkasten ist enthalten. Alle Preise im Überblick stehen auf der Preisseite.
Zwischen Obstgärten, Baumschulen und Altbaufugen
Unser Gebiet ist Bienenland. In der Haseldorfer Marsch und rund um Wedel stehen alte Obstbestände, in Halstenbek und Rellingen liegt das größte Baumschulgebiet Europas, und in den Gärten am Elbhang in Rissen und Blankenese blüht es von März bis September. Entsprechend viele Völker und Nester gibt es, und entsprechend häufig ruft jemand an, weil an der Terrassenwand plötzlich etwas summt. Die Altbauten in der Wedeler Altstadt und in Pinneberg mit ihren weichen Kalkfugen sind für Mauerbienen geradezu gebaut.
Falls sich beim Hinsehen doch herausstellt, dass es keine Bienen sind, geht es auf unseren Seiten zum Wespennest und zur Hornissenumsiedlung weiter. Auch dort gilt: erst bestimmen, dann entscheiden.
Damit es gar nicht erst eng wird
- Rollladenkästen und Dachkästen im März prüfen und offene Spalten schließen, bevor eine Königin einzieht.
- Vogelnistkästen im Herbst reinigen. Ein Kasten mit altem Nistmaterial ist für Hummeln besonders attraktiv.
- Mörtelfugen und Holzverkleidungen im Spätsommer sanieren, nicht im Frühjahr.
- Nisthilfen und blühende Randstreifen anbieten. Wer Wildbienen einen besseren Platz gibt, bekommt sie seltener in der Fassade.