Woran Sie Kellerasseln erkennen
- Das Tier selbst: grau bis graubraun, etwa einen Zentimeter lang, gepanzert wie ein Gürteltier, mit sieben Beinpaaren und zwei deutlich sichtbaren Fühlern. Rollt sich das Tier zur perfekten Kugel, ist es eine Rollassel, die dieselbe Aussage über die Feuchte trifft.
- Nachtaktivität: Tagsüber sitzen Asseln dicht gedrängt unter Steinen, Töpfen, Kartonagen und Bodenbelägen. Zu sehen sind sie meist abends oder wenn man etwas hochhebt.
- Sammelstellen: immer an der feuchtesten Stelle des Raumes, oft am Wandsockel, hinter der Waschmaschine, unter der untersten Kellerstufe oder in der Bodenfuge.
- Kein Fraßbild im Haus: Es fehlen Löcher in Textilien, angefressene Vorräte oder Nagespuren. Wenn Sie so etwas finden, haben Sie ein zweites, anderes Problem.
- Tote Tiere auf trockenem Boden: ein gutes Zeichen. Es heißt, dass der Raum für sie zu trocken geworden ist.
Warum wir Ihnen hier eher abraten als verkaufen
Die meisten Betriebe würden an dieser Stelle über Wirkstoffe schreiben. Wir schreiben lieber über den Grund, warum wir es oft nicht tun. Kellerasseln sind Landkrebse. Ihre Atmungsorgane funktionieren nur, solange sie feucht bleiben, deshalb verlieren sie in trockener Luft schnell Wasser und sterben. Ein Raum mit normaler Wohnraumfeuchte ist für eine Assel kein Lebensraum, sondern eine Falle.
Daraus folgt eine unbequeme, aber ehrliche Aussage: Eine Bekämpfung ohne Beseitigung der Feuchtequelle ist herausgeworfenes Geld. Sie erledigt die Tiere, die heute da sind, und ändert nichts an dem Grund, aus dem sie da sind. In vier Wochen sitzen die nächsten an derselben Stelle, weil die Bedingung, die sie hergeführt hat, unverändert besteht.
Wir kommen trotzdem, und der Einsatz lohnt sich, aber der Schwerpunkt liegt woanders. Sie bekommen einen Befund mit Messwerten und eine Prioritätenliste. Was davon Sie selbst erledigen können, sagen wir Ihnen genauso wie das, wofür Sie einen Handwerker oder einen Sachverständigen brauchen. Wo eine Behandlung fachlich sinnvoll ist, etwa bei starkem Zuzug über den Sockelbereich, führen wir sie natürlich durch.
Die Ursachen, die wir am häufigsten finden
Undichte oder ungedämmte Kellerwände. Feuchtigkeit dringt seitlich aus dem Erdreich ein, der Wandsockel bleibt dauerhaft klamm. Erkennbar an dunklen Rändern, Salzausblühungen und abplatzendem Putz im unteren Wandbereich.
Defekte oder fehlende Horizontalsperre. In Altbauten zieht Wasser aus dem Fundament kapillar nach oben. Der Feuchtefleck endet dann typischerweise auf einer gleichmäßigen Höhe rund um den Raum, was ein guter Hinweis auf die Ursache ist.
Lichtschächte voller Laub. Der Schacht kann nicht ablaufen, füllt sich bei Regen und steht dann direkt am Kellerfenster. Das ist die Ursache, die sich am leichtesten und billigsten abstellen lässt: ausräumen, Ablauf freimachen, Gitterabdeckung aufsetzen.
Pflanzkübel und Beete direkt an der Tür. Feuchte Erde, ein Untersetzer voll Wasser, dazu ein schattiger Platz an der Terrassentür: Damit steht die Kinderstube unmittelbar am Eingang. Ein Abstand von einem halben Meter zur Schwelle ändert oft mehr als jede Behandlung.
Falsches Gefälle und verstopfte Rinnen. Läuft Regenwasser zum Haus hin statt davon weg oder tropft die Rinne seit Jahren an dieselbe Stelle, durchfeuchtet der Sockel und die Asseln finden dort ideale Bedingungen.
Was der Einsatz kostet
Der Termin beginnt bei 150 € zzgl. MwSt. Darin enthalten sind die Begehung, die Feuchtemessung, die Behandlung der Eintrittspunkte, wo sie sinnvoll ist, und die schriftliche Ursachenberatung. In aller Regel ist ein Termin ausreichend. In Wedel ist die Anfahrt frei, sonst ist sie im Festpreis enthalten, den Preis nennen wir vorab verbindlich. Weitere Sätze finden Sie auf der Preisseite.
Warum das hier so häufig vorkommt
Wedel und Pinneberg stehen zu großen Teilen auf Marschböden mit hohem Grundwasserstand. Das ist für Gärten und Baumschulen günstig und für Keller unangenehm: Die Bodenplatte liegt dauerhaft in feuchtem Untergrund, und viele Häuser aus der Zeit vor den heutigen Abdichtungsnormen haben dagegen nie einen wirksamen Schutz bekommen. Ein Altbaukeller ist unter diesen Bedingungen naturgemäß feucht, und Kellerasseln gehören dort schlicht dazu.
Kritisch wird es erst, wenn dieser Keller zum Hobbyraum, Büro oder zur Wohnung ausgebaut worden ist. Dann steht plötzlich Einrichtung in einem Raum, dessen Klima sich nicht geändert hat. Wo wir im Kreis unterwegs sind, steht unter Pinneberg.
Finden Sie zusätzlich silbrig glänzende, schnelle Tiere im Bad oder in der Küche, haben Sie einen zweiten Anzeiger für dasselbe Grundproblem. Was das bedeutet, lesen Sie bei den Silberfischchen.
So werden Sie die Tiere dauerhaft los
- Lichtschächte zweimal im Jahr ausräumen, den Ablauf prüfen und eine Abdeckung aufsetzen.
- Kellerfenster und Kellertüren mit Dichtungen und Bürstenprofilen versehen. Ein Spalt von wenigen Millimetern reicht den Tieren.
- Blumentöpfe, Regentonnen, Laubhaufen und Holzstapel mindestens einen halben Meter von der Hauswand abrücken.
- Keller richtig lüften: im Sommer nur früh morgens oder nachts, wenn die Außenluft kühler ist. Warme Sommerluft im kühlen Keller schlägt sich als Kondenswasser an den Wänden nieder und macht es schlimmer statt besser.
- Kartonagen, Zeitungsstapel und offenes Brennholz nicht im Keller lagern. Sie halten Feuchte und bieten tagsüber Versteck.
- Bei dauerhaft nassem Wandsockel nicht weiter behandeln, sondern die Abdichtung fachlich prüfen lassen. Alles andere verschiebt das Problem nur.