Zwei Arten machen den Ärger, alle anderen nicht
Bei uns leben mehrere Faltenwespenarten, und nur zwei davon interessieren sich für Ihren Kuchen: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese beiden bilden große Völker, sie sammeln im Spätsommer Süßes und Fleisch und werden dabei aufdringlich. Alle übrigen Arten, etwa die Sächsische Wespe oder die Feldwespen, füttern ihre Brut ausschließlich mit erbeuteten Insekten. Sie meiden den gedeckten Tisch, ihre Völker bleiben klein und sind oft schon im Juli fertig.
Diese Unterscheidung ist keine Spitzfindigkeit, sie entscheidet über den Auftrag. Ein freihängendes, kugelrundes Nest unter dem Carportdach gehört fast immer zu einer der harmlosen Arten. Wer es abschlägt, hat sich umsonst Arbeit gemacht und ein Volk vernichtet, das den Garten von Blattläusen und Fliegen freigehalten hätte. Wenn Sie unsicher sind, schicken Sie uns vorab ein Bild über unser Analyseformular. Meist lässt sich schon daran erkennen, worum es geht.
Woran Sie erkennen, welches Volk bei Ihnen sitzt
- Nestlage: Deutsche und Gemeine Wespe bauen im Dunkeln, also im Rollladenkasten, unter der Dachschalung, in Erdhöhlen oder im Kompost. Ein offen sichtbares Nest im Freien stammt fast immer von einer harmlosen Art.
- Hüllenfarbe: hellgrau und feinschichtig bei der Deutschen Wespe, bräunlich und muschelartig gewellt bei der Gemeinen Wespe.
- Flugbetrieb: ein dichter, gerichteter Strom an einer einzigen Öffnung spricht für ein großes Volk. Einzelne Tiere, die unregelmäßig kommen und gehen, für ein kleines.
- Verhalten am Tisch: landet ein Tier auf Wurst, Kuchen oder Saftglas, ist es eine der beiden Problemarten. Wespen, die nur an Blüten oder Blattläusen zu sehen sind, gehören nicht dazu.
- Zeitpunkt: Die kritische Phase liegt zwischen Ende Juli und Mitte September, wenn das Volk am größten ist und die Brutpflege endet.
Was das Gesetz vorgibt
Wespen sind wildlebende Tiere und stehen unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Nach § 39 dürfen sie nicht ohne vernünftigen Grund getötet und ihre Nester nicht ohne vernünftigen Grund beseitigt werden. Einzelne Arten, darunter die Hornisse, gelten darüber hinaus als besonders geschützt nach § 44 und brauchen eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde; was dabei zu beachten ist, steht auf unserer Seite zur Hornissenumsiedlung.
Ein vernünftiger Grund ist eine konkrete Gefährdung, nicht der Wunsch nach Ruhe auf der Terrasse. Ein Nest über der Haustür, in der Sandkiste oder im Haushalt mit einem Allergiker ist ein solcher Grund. Ein Nest im hinteren Winkel des Gartenschuppens ist keiner. Wir dokumentieren jeden Einsatz mit Art, Lage und Begründung, damit die Entscheidung nachvollziehbar bleibt.
Warum Sie niemals selbst rangehen sollten
Ein gestörtes Volk verteidigt sich, und Wespen können mehrfach stechen. Beim ersten Stich wird ein Alarmstoff frei, der weitere Tiere anzieht: Aus einem Stich werden zwanzig. Spraydosen aus dem Baumarkt erreichen die Brutwaben im Inneren nicht, sie reizen das Volk nur. Wasser in einen Rollladenkasten zu kippen, ruiniert Gurt und Elektrik, und das durchnässte Nest sitzt weiterhin dort. Am gefährlichsten ist das Zumauern des Fluglochs: Die Tiere nagen sich dann durch die weiche Innenseite und stehen plötzlich im Kinderzimmer statt draußen.
Was der Einsatz kostet
Ein Wespeneinsatz kostet 160 bis 200 € zzgl. MwSt., je nach Lage des Nests, und ist mit einem Termin erledigt. Enthalten sind Artbestimmung, die Arbeit am Nest und das Verschließen des Zugangs, soweit er ohne Gerüst erreichbar ist. In Wedel ist die Anfahrt frei, überall sonst steckt sie im Festpreis. Alle weiteren Leistungen und Preise finden Sie auf der Preisübersicht.
Typische Lagen zwischen Elbe, Au und Baumschulen
In Wedel und Schulau sitzen die meisten Völker in Rollladenkästen der Siedlungshäuser aus den sechziger und siebziger Jahren. Die Kästen sind innen rau, trocken und über eine Fingerbreite Spalt am Gurtaustritt erreichbar, das ist für eine Königin im Mai ein idealer Platz. Am Elbhang in Rissen, Sülldorf und Blankenese kommen Holzverkleidungen, Gartenhäuser und alte Dachkästen dazu. In den Baumschulflächen um Halstenbek und Rellingen finden wir vor allem Erdnester, die beim Mähen oder beim Roden auffallen und dann sofort gefährlich werden. In der Haseldorfer Marsch zieht liegen gebliebenes Fallobst die Tiere im September in großer Zahl an.
Was Sie selbst tun können
- Im April und Mai Rollladenkästen, Dachkästen und Schuppen kurz kontrollieren. Ein Nest in Golfballgröße mit einer einzelnen Königin lässt sich noch problemlos entfernen.
- Gurtaustritte, Lüftungsschlitze und offene Fugen mit feinem Gitter oder Bürstendichtung sichern.
- Getränke im Freien abdecken, Reste zügig abräumen, Fallobst regelmäßig aufsammeln, Mülltonnendeckel geschlossen halten.
- Nicht nach den Tieren schlagen und sie nicht anpusten. Der Atem enthält Kohlendioxid, das Wespen als Angriffssignal werten.
- Auf süße Lockfallen verzichten. Sie töten wahllos auch harmlose Arten und halten kein einziges Volk vom Tisch fern.
Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich gar nicht um Wespen handelt, sondern um ein Bienen- oder Hummelvolk, lesen Sie bitte unsere Seite zu Bienen und Hummeln. Dort gelten andere Regeln, und wir gehen die Sache völlig anders an.