Ratgeber

Mäuse im Haus: der Rundgang, der den Winter entscheidet

Sechs Millimeter genügen einer Hausmaus, um ins Gebäude zu kommen. Im Oktober verlässt die Feldpopulation ihre Sommerquartiere und sucht einen warmen, trockenen Platz mit Futter in der Nähe. Wer die typischen Lücken vorher findet und richtig schließt, spart sich den Befall im Januar.

Warum es im Oktober losgeht

Hausmäuse und Waldmäuse verbringen den Sommer draußen: an Feldrändern, in Knicks, unter Gartenhäusern, in Hecken und Böschungen. Dort gibt es Sämereien, Insekten und Deckung. Mit dem ersten längeren Kälteeinbruch und der abgeschlossenen Ernte kippt diese Rechnung. Draußen sinkt das Futterangebot, drinnen liegt es unverändert im Regal.

Mäuse halten keinen Winterschlaf. Sie müssen den ganzen Winter über täglich fressen, und ihr Körper verliert bei Kälte schnell Wärme. Ein beheiztes Haus mit einer Vorratskammer, einem Sack Tiernahrung in der Garage oder einer Handvoll Vogelfutter im Schuppen ist deshalb kein Zufallsfund, sondern das mit Abstand attraktivste Angebot im Umkreis. Dazu kommt: Eine Maus vermehrt sich bei stabiler Temperatur und guter Versorgung auch im Winter weiter. Aus zwei Tieren im Oktober kann bis März eine zweistellige Zahl werden.

Der übliche erste Hinweis sind Geräusche in der Nacht, ein Rascheln in der Zwischendecke oder hinter der Küchenzeile, dazu kleine dunkle Kotkörnchen von drei bis acht Millimetern in Schubladen, hinter Vorräten oder auf Kellerregalen. Wer sich beim Kot nicht sicher ist, ob Maus oder Ratte, kann ein scharfes Foto über unsere Schädlingsanalyse per Foto einschicken. Der Unterschied ist wichtig, weil Vorgehen, Fallengröße und Aufwand sich deutlich unterscheiden.

Die Sechs-Millimeter-Regel

Der Schädel einer Hausmaus ist schmaler, als er aussieht, und der Körper hat kein starres Schlüsselbein. Wo der Kopf durchpasst, passt das Tier durch. In der Praxis heißt das: Jede Öffnung ab etwa sechs Millimetern ist ein möglicher Zugang, das entspricht ungefähr der Dicke eines Bleistifts. Nehmen Sie einen Bleistift mit auf den Rundgang und probieren Sie ihn an jeder Fuge aus, an der Sie zweifeln. Das ist zuverlässiger als Augenmaß.

Zweitens klettern Mäuse gut. Raue Klinkerfassaden, Regenfallrohre, Rankgitter, Efeu und Holzverschalungen sind Aufstiege. Eine Lücke in vier Metern Höhe ist deshalb genauso relevant wie eine am Boden.

Der Rundgang ums Haus, Schritt für Schritt

Nehmen Sie sich eine Stunde, eine Taschenlampe und einen Zettel. Gehen Sie einmal komplett um das Gebäude und arbeiten Sie die Höhe von unten nach oben ab.

  1. Sockel und Bodenfuge. Suchen Sie Risse im Putz, offene Fugen an der Kellerabdichtung und Stellen, an denen Erde oder Beetkante abgesackt ist. Ein Spalt zwischen Fundament und Terrassenplatte reicht.
  2. Leitungsdurchführungen. Das ist die häufigste Fundstelle überhaupt. Gas, Wasser, Strom, Telefon und Glasfaser kommen jeweils durch eine Kernbohrung, und diese Bohrung ist oft nur mit Bauschaum oder gar nicht verschlossen. Prüfen Sie jede einzeln, auch die Klimaleitung und den Abfluss der Kondensatleitung.
  3. Kellerschächte und Kellerfenster. Lichtschachtabdeckungen liegen häufig nur lose auf. Prüfen Sie die Fenstergummis, die Entwässerung des Schachts und ob Laub den Schacht so weit gefüllt hat, dass eine Maus bequem zum Fenstergriff kommt.
  4. Rollladenkästen. Der Gurtdurchlass und die Wartungsklappe sind Klassiker. Von außen kommen Tiere über die Aussparung neben der Führungsschiene in den Kasten, von dort in den Hohlraum der Wand.
  5. Türen im Erdgeschoss. Haustür, Kellertür, Nebeneingang. Legen Sie sich abends von innen auf den Boden und schauen Sie, ob Licht unter der Tür durchkommt. Was Licht durchlässt, lässt auch eine Maus durch.
  6. Katzenklappen und Hundetüren. Eine dauerhaft offene Klappe ist eine Einladung, auch eine mit Chipsteuerung schließt nicht immer dicht. Bürstendichtungen nutzen sich ab.
  7. Garagentor. Die Bodendichtung aus Gummi wird über Jahre flach gefahren und reißt an den Ecken ein. An den beiden Toraußenecken sind fast immer Lücken. Von der Garage geht es meist direkt in Keller oder Hauswirtschaftsraum.
  8. Dachrinne, Dachkasten und Ortgang. Klettern die Tiere am Fallrohr hoch, finden sie oft dort den Weg hinein, wo der Dachkasten an die Rinne stößt oder wo Lüftungsgitter der Dachschräge fehlen oder gebrochen sind. Auch der Übergang von Anbau zu Hauptdach ist eine typische Stelle.
  9. Innen weiterprüfen. Im Keller und Hauswirtschaftsraum die Zählernische, den Rohrschacht, den Übergang zur Steigleitung und Hohlräume hinter Vorwandinstallationen kontrollieren.

Womit man richtig dicht macht

Bauschaum allein reicht nicht. Er ist weich, riecht nach nichts, und eine Maus nagt sich in einer Nacht hindurch. Er ist ein Füllmaterial, kein Verschluss.

Bewährt hat sich Folgendes: Edelstahlwolle in die Öffnung stopfen, fest verdichten, dann darüber verputzen, spachteln oder mit Bauschaum sichern. Die Wolle nagen die Tiere nicht durch, sie verletzt das Zahnfleisch. Normale Stahlwolle rostet in kurzer Zeit weg, achten Sie deshalb auf Edelstahl. Für größere Flächen und Lüftungsöffnungen nehmen Sie verzinktes Lochblech oder engmaschiges Drahtgeflecht mit maximal fünf Millimetern Maschenweite, sauber verschraubt statt nur eingeklemmt. Türen bekommen eine neue Bürstendichtung oder eine Alu-Bodenschiene, Garagentore eine frische Gummidichtung samt Eckstücken.

Wichtig ist die Reihenfolge: Dichten Sie nicht ab, solange Tiere sicher im Haus sind. Sonst schließen Sie sie ein, und Sie haben statt eines Zugangsproblems ein Geruchsproblem in der Wand. Erst bekämpfen, dann verschließen.

Selbst machen oder anrufen

Einzelne Mäuse im Keller lassen sich mit Schlagfallen erledigen. Setzen Sie mehrere Fallen quer zur Wand, mit dem Auslöser zur Wand hin, dort wo Kot liegt. Erdnussbutter, Nuss-Nougat-Creme oder ein Stück Nuss halten besser als Käse. Kontrollieren Sie täglich. Lebendfallen sind nur dann sinnvoll, wenn Sie sie mehrmals pro Tag prüfen und die Tiere weit genug entfernt aussetzen können.

An die Grenze kommen Sie in diesen Fällen: Der Befall betrifft mehrere Etagen oder Sie hören Geräusche in Zwischendecken und Hohlräumen, in die Sie nicht hineinkommen. Es geht um ein Mehrfamilienhaus, weil dort Steigschächte alle Wohnungen verbinden. Es sind Lebensmittel, ein Betrieb oder eine Küche betroffen. Oder Sie fangen zwar Tiere, aber nach zwei Wochen kommen weiterhin frische Spuren dazu, dann fehlt der eigentliche Zugang. Was in dem Fall gemacht wird, steht auf der Seite zur Mäusebekämpfung. Und wenn beim Rundgang faustgroße Löcher im Garten auffallen, lesen Sie besser den Ratgeber zu Ratten im Garten, das ist eine andere Baustelle.

Sie brauchen Hilfe? Alles zur Mäusebekämpfung in Hamburg, im Kreis Pinneberg und im Umland.